IMG_20190705_090659 | Weinreben werden häufiger gespritzt al…


Weinreben werden häufiger gespritzt als jede andere Kulturpflanze.

(Der ‘Gftspritzer’ ist mit einer Maske geschützt…)

 

Rund 60 Prozent des Fungizidverbrauchs, knapp 90 000 Tonnen Pilzbekämpfungsmittel, gehen in Europa auf das Konto des Weinbaus – der gerade einmal fünf Prozent der Anbaufläche ausmacht. Selbst im ökologischen Weinbau müssen Winzer Kupfer- und Schwefelpräparate einsetzen, um ihre Ernte zu sichern. Der Klimawandel könnte die Situation weiter verschärfen: Wetterereignisse wie Starkregen und anhaltende Trockenperioden fördern den Schädlingsbefall.

 

Die Weinrebe war eines der ersten Opfer der Globalisierung: Zu Versuchszwecken führte man im Laufe des 19. Jahrhunderts nordamerikanische Reben nach Bordeaux ein, mit an Bord gleich mehrere blinde Passagiere: die Reblaus und die Erreger des Echten sowie des Falschen Mehltaus. Zügig breiteten sich die Schädlinge in allen europäischen Weinanbaugebieten aus, führten zu dramatischen Ernteverlusten, teils gar zum Absterben der Reben.